Hilft Botox bei Kiefergelenksbeschwerden?

Hilft Botox bei Kiefergelenksbeschwerden? Dieser Frage geht Dr. Dr. Julius Steegmann nach, Facharzt für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie sowie Fachzahnarzt für Oralchirurgie in der Kieferchirurgie Königsallee in Düsseldorf.

Kiefergelenksbeschwerden: Eine Craniomandibuläre Dysfunktion (CMD)

In unserem Kausystem arbeiten Zähne, Kiefer, Kiefergelenke und die verbindenden Muskeln harmonisch zusammen. Veränderungen in diesem komplexen System können diese Harmonie stören und verschiedene Kiefergelenksbeschwerden hervorrufen. Sie werden häufig unter dem Begriff „Craniomandibuläre Dysfunktion“ (CMD) zusammengefasst.

Neben Verspannungen können Schmerzen im gesamten Kauapparat auftreten. Dies kann einzelne Zähne, den Ober- bzw. Unterkiefer sowie den gesamten Kopfbereich betreffen. Die Mehrzahl der CMD-Beschwerden umfasst eine muskuläre Komponente infolge von Bruxismus (Zähneknirschen), externen Stressfaktoren und Verspannungen.

Mehrstufiges Vorgehen

Therapeutisch ist bei Kiefergelenksbeschwerden ein mehrstufiges Vorgehen notwendig. Dabei bildet eine umfangreiche Diagnostik die Grundlage, bei der krankhafte Veränderungen des Kausystems erkannt werden. Dies können z. B. eine schlecht sitzende Prothese oder Fehlstellungen der Zähne und des Kiefers sein. Diese Veränderungen können durch zahnärztliche oder kieferorthopädische bzw. kieferchirurgische Korrekturmaßnahmen behandelt werden. In vielen Fällen ist allerdings keine direkte Ursache erkennbar, so dass nach einem Stufenschema Therapie-Maßnahmen empfohlen werden.

Basistherapie sind der Einsatz von Aufbissschienen sowie physiotherapeutische Maßnahmen. Begleitend klären wir mit Ihnen ab, ob z. B. Stress oder schwierige Lebensumstände vorliegen. Sie können eine Überlastung des Kausystems begünstigen. Sollten solche Umstände identifiziert werden, gilt es, sie zu vermeiden. Zusätzlich können weitere Behandlungsmöglichkeiten wie Osteopathie, Psychotherapie, Biofeedback und Akupunktur mit einbezogen werden. (Dr. Dr. Julius Steegmann)

Der Einsatz von Botox bei Kiefergelenksbeschwerden

Eine weitere Möglichkeit der Diagnostik und Therapie bei Kiefergelenksbeschwerden stellt der Einsatz von Botox dar. Botox ist vor allem als Mittel gegen Falten bekannt. Es hat eine stark entspannende Wirkung auf Muskeln und schwächt deren Aktivität. Botox hemmt die Freisetzung von Acetylcholin (ACH), einem Botenstoff, der für die Anspannung bzw. Verkürzung von Muskelgewebe verantwortlich ist. Die Verabreichung von Botox führt zu einer Verringerung des Spannungszustandes von Muskeln. Seine Verwendung ist ein minimalinvasives Verfahren. Es zeigt vielversprechende Ergebnisse bei der Behandlung von muskelbedingten Zahnerkrankungen, wie z. B. der craniomandibulären Dysfunktion (CMD), Bruxismus und Masseterhypertrophie. Muskulär bedingte Kauschmerzen können durch den Einsatz von Botox vermindert werden.

Kiefergelenksbeschwerden mit Botox lindernIn der sog. „Schönheitschirurgie“ macht man sich den Einsatz von Botox zunutze, um zu verhindern, dass sich Mimikfalten bilden, z. B. durch Stirnrunzeln. Diese Wirkungsweise nutzt man auch bei der Therapie von Kiefergelenksbeschwerden: Hierbei wird das Botox in den Kaumuskel („Musculus Masseter“) gespritzt. Da zum Kauen von Nahrungsmitteln nur ein sehr geringer Prozentsatz der verfügbaren Kraft erforderlich ist, verringert eine leichte Entspannung der Muskelfunktion das Zähneknirschen. Das Kauen selbst wird durch den Einsatz nicht beeinträchtigt. Die Wirkung der Botox-Behandlung bei Bruxismus entfaltet sich nicht sofort, sondern entwickelt sich langsam im Verlauf einiger Wochen. In der Regel hält sie 3-6 Monate an und kann dann wiederholt werden.

In der Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie wird Botox häufig eingesetzt. Dr. Dr. Julius Steegmann setzt das Mittel aber nicht nur aus ästhetischen Gründen ein:

Durch den Einsatz von Botox wird die Kaumuskulatur entspannt. Dies kann die Beschwerden lindern und eine Überlastung stoppen. Somit kann der Einsatz von Botox sowohl eine diagnostische, als auch symptomatische Maßnahme darstellen. Da es sich allerdings meistens um eine multifaktorielle Erkrankung handelt, sollte die CMD-Problematik auch ganzheitlich therapiert werden. Botox stellt nur eine mögliche Option dar und sollte keine Dauertherapie sein. (Dr. Dr. Julius Steegmann)

Bei Fragen zum Thema „Kiefergelenksbeschwerden“ wenden Sie sich bitte an unsere Praxis und vereinbaren Sie einen Termin mit der Kieferchirurgie Königsallee in Düsseldorf: Wir helfen Ihnen gerne!

Einen Kommentar hinterlassen