Die Versorgung mit Implantaten gehört nicht zum regelmäßigen Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen. Kassenpatienten müssen die gesamten Kosten für ihr Zahnimplantat in der Regel selber tragen. Auch hierbei gelten jedoch Ausnahmen, so daß es sich in jedem Fall lohnt, nach Erstellung eines Kostenvoranschlags durch den Behandler bei der jeweiligen Krankenkasse nachzufragen. Die Privatkassen bezahlen manchmal die gesamte implantologische Versorgung, gewähren zumindest in den allermeisten Fällen einen Zuschuß. 

Der Kostenvoranschlag und auch die spätere Rechnung richten sich nach der Gebührenordnung für Zahnärzte, der sogenannten GOZ. Diese Gebührenordnung für zahnärztliche Privatleistungen beinhaltet unterschiedliche Abrechnungspositionen bei implantologischen Versorgungen, die je nach Schweregrad des chirurgischen Eingriffs und der späteren prothetischen Versorgung mit Steigerungssätzen eines Grundkatalogs abgerechnet werden. Hierbei wird das Grundhonorar mit einem Faktor multipliziert. Üblich ist ein 2,3- bis 3,5facher GOZ-Satz. Der Steigerungssatz kann aber je nach Aufwand oder Schwierigkeitsgrad der Implantation höher liegen, so daß selbst für Privatpatienten oft ein Eigenanteil erforderlich wird. Privatkassen erstatten in der Regel nur bis zum 3,5fachen GOZ-Satz.

Zu den Kosten für die chirurgische Einpflanzung kommen die Materialien der Implantate und Zubehörteile sowie die spätere prothetische Versorgung und die Dentallaborkosten. Es ist schwierig, konkrete Zahlen für die Kosten eines Implantats zu nennen, da die individuelle prothetische Situation eines jeden Patienten berücksichtigt werden muß. Hinzu kommt der unterschiedliche Qualitätsanspruch, den Patienten an eine implantologische Versorgung stellen.

Der Vergleich zwischen einem Kleinwagen und einem Luxusauto bietet sich hier an: So kann ein zahnloser Patient mit einem Kostenanteil von wenigen tausend Euro bereits mit einer auf zwei bis vier Implantaten aufsitzenden Prothese, die über eine Stegkonstruktion abnehmbar ist, zufriedenstellend versorgt werden.

Wünscht derselbe Patient jedoch eine aufwendige festsitzende Brückenkonstruktion, die auch eine erhöhte Anzahl von Implantaten und einen überdurchschnittlichen chirurgischen und prothetischen Mehraufwand erforderlich macht, reicht das Honorar für diese Leistung bereits an den Preis eines Mittelklassewagens heran.

Bei einigen wenigen Behandlern entspricht die Rechnung für die gleiche Leistung, bedingt durch zum Teil ungerechtfertigte, zweistellige Steigerungssätze oder stationäre Aufenthalte in teuren Privatkliniken, sogar dem Preis eines Luxusautos. Immer wieder beklagen sich Patienten über solche Ausnahmefälle. Deshalb ein wichtiger Rat: Ein Patient sollte sich nicht scheuen, einen weiteren Implantologen zur Beratung aufzusuchen, falls ihm ein Kostenvoranschlag zu hoch erscheint. Auf diese Weise lassen sich unter Umständen schnell einige tausend Euro sparen, ohne daß die Qualität leidet.

Man muß jedoch betonen, daß die Versorgung mit Implantaten eine außergewöhnlich exklusive Leistung innerhalb der Zahnheilkunde darstellt und somit auch einen außergewöhnlichen Preis erfordert. Jeder Patient muß für sich selbst entscheiden, ob die deutlich gesteigerte Lebensqualität, die ihm die Implantatversorgung durch eine Verbesserung von Kaufähigkeit und Ästhetik bietet, diesen Preis rechtfertigt. Schöne und haltbare Kunstzähne sind leider nicht billig.