Nach der Weisheitszahn-OP: 10 Fragen an Dr. Henrik Andersen

Nach einer Weisheitszahn-OP sollten Sie ein paar grundlegende Verhaltensweisen beachten. Sie werden die Auswirkungen dann als minimal wahrnehmen und die Weisheitszahn-Operation als kleinen Eingriff.

Fragen zur Weisheitszahn-Operation an einen erfahrenen Operateur

Ein erfahrener Operateur ist Dr. Henrik Andersen von der Kieferchirurgie Königsallee in Düsseldorf. Er ist Fachzahnarzt für Oralchirurgie und hat schon hunderte Weisheitszähne entfernt. Er beantwortet die meistgestellten Fragen nach einer Weisheitszahn-Operation.

Herr Dr. Andersen, darf ich nach einer Weisheitszahn-Operation Sport treiben?

Vermeiden Sie in den ersten Tagen nach der Weisheitszahn-Entfernung unnötige Belastungen wie starke körperliche Betätigungen. Durch den erzeugten Blutdruckanstieg kann es ansonsten zu Nachblutungen kommen. Nach etwa zwei Wochen können Sie kontaktarme Sportarten langsam wieder aufnehmen.

Gibt es besondere Tipps zur Nahrungsaufnahme nach einer Weisheitszahn-OP? Was darf ich essen? Was sollte ich essen? Worauf sollte ich achten?

Am besten decken Sie sich schon ein paar Tage vor dem Eingriff mit Suppe, Apfelmus, Babynahrung, und Brei ein. Denn bis zu einer Woche nach der OP gilt: Essen Sie nur weiche und milde Kost! Mit mild meine ich, dass das Essen weder heiß noch scharf gewürzt sein soll. Auch das reizt nämlich die Wunde und kann zu Entzündungen, Schmerzen und/oder Nachblutungen führen. Für etwas Abwechslung dürfen es am zweiten oder dritten Tag danach auch Rührei, Nudeln oder Kartoffelspeisen sein.

Milchprodukte nach einer Weisheitszahn-OP

Darf ich nach einer Weisheitszahn-OP Milchprodukte zu mir nehmen, also zum Beispiel Butter, Quark, Käse oder Milch?

Die häufig geäußerte Empfehlung, nach chirurgischen Eingriffen Milch und Milchprodukte zu vermeiden, teile ich nicht. Es lässt sich nicht evidenzbasiert belegen, dass die in Milchprodukten enthaltenen Milchsäurebakterien die Wundheilung behindern. Deshalb verweise ich nach einer Weisheitszahn-Entfernung auf die vorher genannten Nahrungsmittel, spreche aber prinzipiell kein Verbot gegen Milchprodukte aus.

Gelegentlich wird behauptet, dass durch die Bereitstellung von zahlreichen Aminosäuren, Mineralstoffen und den enthaltenen Milchzucker das Wachstum von pathogenen Bakterienarten in der Mundhöhle gefördert werden könne. Es konnte in einer In-vivo durchgeführten Untersuchung belegt werden, dass die Bakterienzusammensetzung des Speichels im gesunden Probanden nach Milchkonsum unverändert ist, wie auch bei Patienten nach einem chirurgischen Eingriff in der Mundhöhle.

Das gleiche gilt für die Annahme, es käme durch den Verzehr von Milchprodukten zu einer Störung der Koagelbildung. Verantwortlich für diese Theorie der gestörten Koagelbildung ist das fibrinolytische Plasminogen, das auch in der Milch zu finden ist. Plasminogen ist eine alkalische Serinprotease, deren Funktion die Auflösung von Blutgerinnseln ist. Entscheidend für die Bewertung des Einflusses von Plasminogen auf die Koagelbildung ist die Konzentration in der Milch im Vergleich zur Serumkonzentration. Die Plasminkonzentration im Blut ist 100- bis 1000-fach so hoch wie in der Milch. Der Einfluss von Milchprodukten auf das Koagulum dürfte deshalb nicht allzu groß sein.

Herr Dr. Andersen, was soll ich tun, wenn die Wunde nach der Weisheitszahn-Entfernung nachblutet?

Wenn nach einer Weisheitszahn-OP Nachblutungen auftreten, kann es helfen, für ca. 30 Minuten auf ein Tuch oder auf eine Kompresse zu beißen. Vermeiden Sie es, ständig nachzusehen, ob die Blutung nachgelassen hat. Es ist wichtiger, die Zähne kontinuierlich zusammenzuhalten. Bei starken Blutungen, die auch nach längerer Zeit nicht nachlassen, sollten Sie sich erneut in unserer Praxis vorstellen bzw. bei Ihrem Arzt oder Zahnarzt.

Wie sieht es mit Nikotin aus, Herr Dr. Andersen? Darf ich nach der Weisheitszahn-Entfernung wieder rauchen?

Wir verordnen nach einer Weisheitszahn-OP ein absolutes Rauchverbot. Das enthaltene Nikotin sorgt für eine Verengung der Blutgefäße und stört somit die Durchblutung. Folglich wird die Wundheilung negativ beeinflusst. Rauchen ist generell eine Angewohnheit, die der oralen Gesundheit nicht gut bekommt. Neben hartnäckigem Zahnbelag führen die giftigen Inhaltsstoffe im Tabakrauch im ungünstigen Fall zu Parodontitis, Zahnbelägen, Karies und sogar Mundhöhlenkrebs.

Nach der Weisheitszahn-OP: 10 praktische Tipps von Dr. Henrik Andersen

Verhaltens-Empfehlungen nach einer Weisheitszahn-OP

Muss bei einer Weisheitszahn-Operation immer genäht werden?

Nein, nach der Entfernung eines Weisheitszahnes muss nicht zwingend genäht werden. Wenn die Weisheitszähne nämlich schon die Kauebene erreicht haben, ist ein Wundverschluss durch Nähen nicht immer nötig. Handelt es sich hingegen um retinierte und verlagerte Weisheitszähne, die wir operativ freilegen müssen, ist meistens ein primärer Nahtverschluss sinnvoll oder notwendig. Die Nähte werden 7-10 Tage belassen und bei Ihrem Kontrolltermin vorsichtig entfernt. Hiervor müssen Sie keine Angst haben, die Nahtentfernung ist nicht schlimm. Sie werden das Entfernen einer Naht eher als ein Kitzeln oder Kribbeln wahrnehmen, wenn überhaupt.

Welche Verhaltens-Empfehlungen für die Mundhygiene nach einer Weisheitszahn-OP geben Sie?

Eine konsequente Mundhygiene und Wundpflege verhindert die Vermehrung von Bakterien. Das wiederum schützt vor einer Entzündung nach der Weisheitszahn-OP. Sie sollten trotz der frischen Wunden die Zähne putzen, aber im Bereich der Wunden keinen Druck ausüben. Dazu empfehlen wir eine weiche Zahnbürste. Die tägliche Mundspülung mit einer antibakteriellen Lösung ergänzt das Zähneputzen. In Einzelfällen ist es allerdings sinnvoll, auf Mundspülungen zu verzichten – darüber werden wir Sie aber individuell aufklären.

Dr. Henrik Andersen ist als ist Fachzahnarzt für Oralchirurgie auch Experte für Weisheitszahn-OPDr. Henrik Andersen ist Fachzahnarzt für Oralchirurgie. Zu seinen Fachgebieten gehören Zahnimplantate, Wurzelspitzenresektion (WSR) und die Entfernung von Weisheitszähnen.

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Werde ich nach einer Weisheitszahn-Operation krankgeschrieben?

Je nach Umfang des operativen Aufwands und Eingriffs ist zur idealen Wundheilung die körperliche Schonung und Ruhe sehr wichtig. Hierfür stellen wir Ihnen nach Ermessen des Operateurs eine Arbeitsunfähigkeits-Bescheinigung (AU) aus, damit Sie sich schonen können und Komplikationen nach der Weisheitszahn-OP vermieden werden. Planen Sie in der Regel mindestens drei Tage Ruhe ein.

Helfen Eispacks (icepacks) zum Kühlen bei der Wundheilung?

Schmerzen und Schwellungen sind nach der Entfernung der Weisheitszähne normal. Das Kühlen mit Eispacks hilft zur Linderung. Nach der Weisheitszahn-OP, noch auf dem Heimweg, sollten die betroffenen Stellen also gekühlt werden. Wir geben Ihnen ein Kühlmittel mit. So werden Schmerzen und auch die Gefahr von „Hamsterbacken“ in den kommenden Tagen vermindert. Auf keinen Fall jedoch sollte Eis oder ein Kühlpack die Haut direkt berühren. Wickeln Sie beispielsweise ein Trockentuch um das Kühlpack. Außerdem sind kurze Kühlpausen einzulegen. 20 Minuten kühlen – 20 Minuten Kühlpause – 20 Minuten kühlen – usw.

Herr Dr. Andersen, welche Schmerzmedikamente kann ich nach einer Weisheitszahn-OP einnehmen?

Nach einer Weisheitszahn-OP kann es sein, dass Sie Schmerzen empfinden. Diese werden von jedem Patienten anders wahrgenommen. Auf keinen Fall sollten Sie die Schmerzen einfach ertragen, da sich dies negativ auf die Heilung auswirkt und den Körper schwächt. Zudem kommt es durch den Schmerz zu einem Blutdruckanstieg, der zu einer verstärkten Schwellung führt. Da viele Patienten den Schmerz direkt spüren, wenn die Betäubung nachlässt, ist es ratsam, direkt nach der Operation eine Schmerztablette einzunehmen. Außerdem können Sie die nächste Tablette schon bereithalten für den Fall, dass die Wirkung des Medikaments nachlässt. Spätestens ab dem dritten Tag sollten Sie jedoch mit immer weniger Schmerzmitteln auskommen, wenn überhaupt. Ihre Schmerzmedikation legen wir individuell für Sie fest. Auf Präparate mit Acetylsalicylsäure (ASS) sollten Sie jedoch verzichten, weil sie zu einer Hemmung der Funktion der Blutplättchen führen.

Herr Dr. Andersen, vielen Dank für die ausführlichen Informationen.

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